Schön, dass Sie da sind. Meine Worte und ich freuen uns, von Ihnen gelesen zu werden. Ich bin Journalistin, Kommunikationsbeobachterin auf allen Ebenen und Literaturliebhaberin. Sie finden hier Workshopangebote und Texte, die inspirieren wollen. Aber auch kleine Sprachjuwelen, die mir begegnet sind, teile ich mit Ihnen. Lesen Sie einfach weiter…


 

  


 

Ich erinnere mich an TKKG nur als Fernsehserie, mit den Büchern habe ich mich als Jugendliche nicht befasst. Jetzt als ich die Neuauflage von Stefan Wolfs "TKKG- Jagd nach den Millionendieben" gelesen habe, finde ich viele Aspekte spannend. Zum einen kennen sich Tim, Karl, Klösschen und Gaby aus dem gemeinsamen Internat. Zum anderen sind sich die vier untereinander nicht stets uneingeschränkt sympathisch. Die Geschichte? Auf dem Weg zu einem unerlaubten Volksfestbesuch wird Tim Zeuge eines Kunstraubs. Selbstverständlich macht er sich gemeinsam mit seinen Freunden an die Aufklärung des Falls. Dabei verwenden sie Begriffe wie Verfolgung, anonymer Informant und abgestochen mit jugendlicher Natürlichkeit. Dass die vier den Fall klären ist keine Frage. Über die Art und Weise lässt sich streiten. Für mich kommt das Happy End ein wenig unvermittelt und wird etwas zu kurz abgehandelt. Das Buch macht gleichwohl Spass - kein schlechter Grund zum Lesen.


 

Ich weiss nicht, wie viele Bücher von Enid Blyton ich in meiner Teenagerzeit gelesen habe - inklusive ihrer eigens verfassten Lebens- und Schreibensgeschichte. Ihre Produktivität beeindruckte mich. Ihr sonstiges Leben interessierte mich ehrlich gesagt nicht wirklich. Der Film "Enid" mit Helena Bonham Carter änderte das auf schmerzliche Art. Darin wird gezeigt, wie sie dem Schreiben ihr ganzes Leben widmete, um Bestätigung zu erfahren. Doch gleichzeitig scheint sie diese gar nicht wahrnehmen zu können. Sie war zweimal verheiratet, hatte zwei Töchter, denen gegenüber sie sich im Film äusserst distanziert verhält. Es scheint immer so als erschaffe Enid Blyton eine eigene Realität, um die echte besser ignorieren zu können. Die Alzheimer Erkrankung zum Ende ihres Lebens wirkt wie eine Bestätigung dieser These. Leben und Traum scheinen sich im Wege gestanden zu haben. Ich hätte der Autorin, die so viele Mädchen und Jungen durch ihre Bücher begeistert hat, mehr eigenes Glück gewünscht.


 

Ich muss zugeben, dass ich mit Enid Blyton viele Klassiker der weiblichen Teenager-Literatur verbinde. Hanni und Nanni füllten zusammen mit Dolly ganze Tablare meines Bücherregals. Doch beim Durchforsten desselben stiess ich auf "Fünf Freunde". Der Ordnung halber besorgte ich mir Band eins in der Bibliothek: Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel. Hier lernen sich Julian, Dick, Anne, George (Georgina) und Timmy der Hund kennen. Ein faszinierender Aspekt: Die Kinder sind alle miteinander verwandt und doch bezeichnen sie sich gegenseitig als Freunde, also als Menschen, die sie sich ausgesucht haben. In dieser ersten Geschichte erforschen sie Georges Insel, finden auf einem Schiffswrack eine Schatzkarte und machen sich selbstverständlich sofort auf die Suche. Dabei gehen sie wohlüberlegt vor, denken gleichermassen an Proviant und Werkzeug. Bei den beschriebenen Kletterpartien zitterte ich allerdings schon beim Lesen. Die Kinder erleben, was ihnen fürsorgliche Erwachsene nie erlauben könnten. Doch sie meistern die Herausforderungen gemeinsam, jeder bringt seine eigenen Talente mit ein. Mädchen oder Junge ist nie die Frage. Das Buch macht Lust auf mehr und schon aus reiner Neugier, werde ich kommendes Jahr mal verschiedene Ausgaben derselben Geschichte studieren.