Schön, dass Sie da sind. Meine Worte und ich freuen uns, von Ihnen gelesen zu werden. Ich bin Journalistin, Kommunikationsbeobachterin auf allen Ebenen und Literaturliebhaberin. Sie finden hier Workshopangebote und Texte, die inspirieren wollen. Aber auch kleine Sprachjuwelen, die mir begegnet sind, teile ich mit Ihnen. Lesen Sie einfach weiter…


 

Im vergangenen Jahr habe ich für einen Buchstaben-Graffiti-Beitrag Franz Hohlers "Tschipo" gelesen. Und meinen Vorsatz, mich auch mit der Fortsetzung zu befassen, habe ich jetzt realisiert. Tschipo hat nämlich nicht aufgehört zu träumen und manche Geschichten, die er im Schlaf erlebt, hinterlassen nach wie vor Spuren im Alltag. Doch diesmal versuchen die Eltern nicht ihren Sohn von seiner Gabe zu befreien. Im Gespräch mit Tschako dem Piloten, den die Leserschaft ebenfalls aus dem ersten Buch kennt, beschliessen sie Tschipo wieder mal Spannendes in der Realität zu ermöglichen. Tschakos Flug in die Antarktis kommt da gerade recht. Selbstverständlich träumt Tschipo dennoch weiter. Aber die entstehenden Szenerien begeistern nicht allein durch ihr blosses Sein. Viel mehr zeigen sie Parallelen zur sogenannt realen Welt. Umweltverschmutzung, Statussymbole, Gruppenzwang ja sogar Sklaverei werden thematisiert. Wie beruhigend ist es da mitzuerleben wie Tschipo und Tschako als Heldenteam alle Probleme lösen. Und man wünscht sich als Erwachsene, dass die Phantasie niemals ihre Kraft verlöre ob im Traum oder der Realität.


 

Der Autor Franz Hohler begleitet mich als Leserin seit Schulbeginn. "Tschipo" hat mir in der ersten Klasse zwar gefallen, doch noch keine tieferen Spuren hinterlassen. Ganz anders "Die Rückeroberung" - sie hat in meinem Kopf Wurzeln geschlagen. Nicht zu vergessen die Hin- und Hergeschichten zwischen Hohler und Jürg Schubiger - das beste Beispiel für wechselseitige Inspiration. Ihren Anfang nahm Hohlers Schriftstellerei während des Studiums von Germanistik und Romanistik an der Uni Zürich. 1965 führte er mit "pizzicato" sein erstes Soloprogramm auf. Dessen Erfolg ermutigt ihn, die Uni zu verlassen, sich ganz auf die Kunst zu konzentrieren. Seither schreibt er mindestens ein Buch pro Jahr oder mehr. Ihn an Lesungen zu erleben, ist beeindruckend. Durch seine schlichte Darstellung gewinnen die Texte an Raum. Die Phantasie, welche in seinen Geschichten zur selbstverständlichen Wahrheit wird, entfaltet sich. Seit über 30 Jahren verheiratet, Vater von zwei Söhnen, pflegt er seine Leidenschaft für Sprache mit schweizerischer Disziplin. Er ist ein Chronist der Phantasie, auf den man sich unbedingt einlassen sollte.


 

Ich habe einige seiner Bücher gelesen und ihn mehr als einmal mit Spannung auf der Bühne beobachtet – Franz Hohler. Er fängt Alltagsmomente nicht nur ein, er verleiht ihnen einen eigenen Charakter und oftmals eine unerwartete Wendung. Ich bekam die Chance ihm Fragen zu «Tschipo und die Pinguine zu stellen und wie Sie lesen können, habe ich sie ergriffen. Wer nach diesem Interview Lust hat, mehr von Franz Hohler zu lesen, findet auf www.franzhohler.ch ganz viel Inspiration.
 
Wie ist «Tschipo» entstanden?
Als ich mit meiner Familie einen Monat auf eine griechische Insel fuhr, sagte ich meinem damals 6jährigen Sohn, ich erzähle ihm dann jeden Tag eine Geschichte. Er fragte, ob es eine aus einem Buch sei oder eine, die ich selber erfinde. Eine, die ich selber erfinde, sagte ich nicht ohne Stolz. Aber mein Sohn fand, die wirklichen Geschichten kämen aus den Büchern und verlangte von mir, dass ich die Geschichte aufschreibe und ihm dann vorlese wie aus einem Buch. Als die Ferien zu Ende waren, war auch die Geschichte von Tschipo zu Ende.
 
Wussten Sie schon bei der ersten Geschichte von Tschipo und Tschako, dass eine Fortsetzung folgen würde?
Nein, ich war erst mal froh, dass ich die Geschichte zu Ende gebracht hatte.
 
Mir fielen Parallelen zwischen der Geschichte und realen Begebenheiten auf, beispielsweise das Thema Umweltverschmutzung. War das eine Intention vor dem Schreibprozess?
Nein, meine Hauptabsicht war, eine spannende und lustige Geschichte zu schreiben. Aber bei „Tschipo und die Pinguine“ hat sich dann der Blick auf die Probleme unserer Lebensweise fast von selbst angeboten.
 
Was ist für Sie das Schönste am Schreiben?
Aus Buchstaben die Welt entstehen lassen.
 
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Dass ich noch eine Weile aus Buchstaben die Welt entstehen lassen kann, und dass die Welt noch eine Weile hält. Dazu braucht sie allerdings unsere Unterstützung.


 

In einer wunderbar eigenwillig gestalteten Märchenwelt macht sich Zwerg Stolperli auf die Suche. Er möchte seiner eigenen Ungeschicklichkeit Herr werden. Als er die Fee Amandalina kennenlernt, arbeiten sie miteinander an einer Lösung. Doch alle Zaubersprüche helfen nicht. Stolperli bekommt zwar kurzfristig seine Wunschgrösse, doch... nein, das will ich an dieser Stelle nicht verraten. Geschrieben sei nur so viel: Stolperli und Amandalina entdecken die Welt von diesem Tag an gemeinsam, wobei keiner der beiden sich Sorgen über die Eigenschaften des anderen macht. Sie geniessen einfach das Zusammensein. Peach Weber hat im "Zwerg Stolperli" viele Lebensweisheiten, die für Kinder noch ganz selbstverständlich sind, verpackt. Und die Schlichtheit hat nichts mit pseudo-altersgerechter Vereinfachung zu tun. Die Schlichtheit ist für Buben und Mädchen die Bestätigung ihres ureigenen Lebensgefühls.