Schön, dass Sie da sind. Meine Worte und ich freuen uns, von Ihnen gelesen zu werden. Ich bin Journalistin, Kommunikationsbeobachterin auf allen Ebenen und Literaturliebhaberin. Sie finden hier Workshopangebote und Texte, die inspirieren wollen. Aber auch kleine Sprachjuwelen, die mir begegnet sind, teile ich mit Ihnen. Lesen Sie einfach weiter…


 

Grüssen Sie die Putzfrau in der Damentoilette? Oder die Kassiererin im Lebensmittelgeschäft? Wenn Sie diese und andere Begegnungsmomente bisher ungenutzt liessen, hielt diese Woche einen guten Grund zur Veränderung bereit: Den Welt-Hallo-Tag am 21. November. Diesen haben Brian McCormack und Michael McCormack als Reaktion auf den Jom-Kippur-Krieg ins Leben gerufen. Sie wollten damit der Kommunikation ein Zeichen setzen. Und das schadet auch heute, gut 40 Jahre später nicht. Denn sperrt man im Alltag die Ohren auf, hört man viel musikalisches Gedudel, immer mal wieder Werbeworte aber "Hallo", "Grüezi" und "Guete Tag" sind eher selten. Dabei sind sie das Startsignal. Sie garantieren keine weltverändernden Begegnungen. Doch dieses erste Zeichen der Wahrnehmung kann sehr wohltuend sein und eröffnet darum Chancen. Wer wissen will, was auf ihn wartet, solls einfach ausprobieren. Ich persönlich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.


 

Ich stelle mir vor Tommi und ich lebten mit dutzenden anderen Familien in einem Zelt. Unser Hab und Gut hätte in einem Rucksack Platz. Wir besässen die Kleider, die wir am Leibe trügen. Unser Zuhause haben wir verlassen, weil es von der Natur zerstört oder schlimmer noch durch einen Krieg bedroht wurde. Alles, was einst unseren Alltag geprägt hätte, wie Beruf oder Lebensumgebung, wäre Vergangenheit. Schon die Vorstellung produziert ein Angstgefühl in meiner Brust. Das Atmen fällt schwer. Am 3. Dezember ist in den USA der Dach-über-dem-Kopf-Tag, der einem daran erinnern soll, wie wenig selbstverständlich unser geordnetes Leben ist. Für mich liegt in diesem kuriosen Feiertag unbekannter Gründer die Aufforderung zur Dankbarkeit. Statt den ganzen Monat irgendwelchen Geschenken hinterher zu jagen einen kurzen Moment innehalten, sich umsehen, und mit einem Danke im Kopf tief einatmen. Oder noch besser, sich bei jemandem bedanken, der immer wieder viel leistet und dessen Werk selten gewürdigt wird. Es gibt viele Arten, seiner Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen, probieren sie es aus...


 

Es ist der 4. Dezember kurz nach 17 Uhr im Chäs-Chalet auf dem Seenger Eichberg. Im Ofen knistert einladend ein Feuer. Schon öffnen die ersten Gäste vorsichtig die Tür. Gemütlich in einem Lehnstuhl sitzend lächle ich sie strahlend an. Ich beginne mich mit den Kindern zu unterhalten. Ich bin aufgeregt, denn es dauert nicht mehr lange, bis ich den Mädchen und Buben eine Geschichte vorlesen darf. Die kleine Runde wächst stetig weiter. Gut 30 Kinder lauschen  "Von Bäumen und Wünschen". Ich hoffe, dass meine Stimme trägt. Die Neugier auf den Gesichtern ist wunderschön und der Ansturm als die Kleinen ihre eigenen Wünsche festhalten können überwältigend. Wer gestern nicht dabei sein konnte, sollte sich auf jeden Fall noch vor Weihnachten die Zeiten nehmen, den Wunschbaum zu besuchen - Adventszauber in seiner ganzen Pracht!

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Eigentlich wurde dieser Tag, der jeweils am ersten Sonntag im Dezember gefeiert wird, von den Shark Savers ins Leben gerufen. Sie wollten damit dem Hai zu einem besseren Image verhelfen, klar machen, dass auch dieses Wesen seinen Platz im Ökosystem unserer Meere hat. Guter Plan, doch löst die Formulierung "Umarme einen Hai" bei mir ganz andere Assoziationen aus. Es hat etwas von "Verbünde dich mit deinen Ängsten" oder auch "nimm sie in deine Mitte auf". Weil ich nicht wirklich weiss, wie das geht, bleibe ich beim Bild des Hais. Ich stelle mir vor, ich besuche eine Aquarium und die Fische spiegeln meine unliebsamen Gewohnheiten wieder. Einer schwimmt beispielsweise immer im Kreis herum - nur kommt er trotz seiner Hektik nirgendwo an. Ein anderer versteckt sich hinter einem Stein, weil er die Folgen möglicher Begegnungen scheut. Würde das Meer ihm nicht ab und zu etwas Nahrung vorbeispülen, müsste er verhungern. Die Fische tun mir leid - vielleicht klappt es ja doch mit der Umarmung des Hais? Mal sehen wie sich das menschliche Ökosystem mit diesem Versuch entwickelte...