Das "die" im Titel ist brutal despektierlich. Egal ob es Aayana, die Schulfreundin von Sophie Luise meint, oder deren Familie oder andere Flüchtlinge aus Somalia. Der Satz stammt von Engelbert, einem der beiden Väter, die mit ihren Familien gemeinsam in Urlaub gefahren sind. Mit ihren Familien und  - eben mit Aayana. Das scheinbare Kompliment "die spürst du nicht" wird zur Basis einer Katastrophe. Auf fast 300 Seiten erleben Leserinnen und Leser, was Kommunikation bewirkt. Alle Facetten möglicher Schmerzen sind beschrieben, ganz vorne mit dabei Egoismus und Ignoranz. Es ist ein Buch, das wirklich wehtut, dennoch bin ich froh, es für ein Literaturprojekt gelesen zu haben. Ich empfehle es allen, die sich selbst bei Vorurteilen ertappen. Die ihre eigene Kritikfähigkeit gegenüber von Sätzen wie "schickt alle Flüchtlinge dahin, wo sie hergekommen sind" trainieren wollen. Auf dass ihr Mitgefühl neue Wege gehen möge...