Morgen, 2.Februar 2026 hat sie wieder geöffnet, die Schreibwerkstatt in Beinwil am See. Von 14 bis 16 Uhr können sich alle Neugierigen dort einfinden, um mit Papier und Stift Geschichten zu gestalten. Das Thema lautet Maskenzauber - und untenstehend finden sich meine ersten Assoziationen dazu.

Wenn es um Fasnacht, um Styling oder die Überdosis Make-up geht, fällt mir immer das Gedicht von Erich Kästner ein: "Keiner blickt dir hinter das Gesicht". Er schreibt darin zwar über die Gegensätze von arm und reich, von Herz und Geld - aber der Titel zieht bei mir noch ganz andere Gedanken nach sich. Ich sehe schick angezogene Menschen, die sich in der Kaffeeküche ihres Büros unterhalten ohne nur einen persönlichen Aspekt ihres Gegenübers zu kennen. Dabei denke ich nicht an eine Scheidung - wie wäre es mit so etwas banalen wie einer Lieblingsfarbe. Ich sehe wie die Menschen sich im öffentlichen Verkehr anschweigen. "Keiner blickt dir hinter das Gesicht" - hinter die eigens aufgebaute Fassade, die sich manch einer erschaffen hat, um in unserer Leistungsgesellschaft nicht anzuecken. Vielleicht ist Fasnacht darum so beliebt. In dieser Zeit verschwimmen reale und erschaffene Charaktere miteinander. Manche Alkoholwelle trägt unbedacht ehrliche Worte hinfort. Denn am Montag gilt wieder: "Keiner blickt dir hinter das Gesicht".