Liebe Bücherfans

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Seetaler Poesiesommer 2024

Das Erleben des poetischen Moments bildet den Angelpunkt des Seetaler Poesiesommers. Das Festival der leisen Töne lebt auch in der 24. Ausgabe von seiner Spontaneität und regt an, dass sich Kultur im lokalen und (inter-)nationalen Austausch mitteile, unter Bäumen und im Salon, im Atelier oder im Ried, auf Burgen und im Ruderboot, stets mit Blick auch auf Entlegenes, mit 50 Anlässen von Juli bis November.

 

 
Sonntag, 7. Juli, St. Urban, 17 Uhr

«Du wirst in einem Buch wohnen, auf einer Seite, die deine Hausnummer trägt», heisst es im Gedicht Heimat von Thomas Greber. Nach dem Erzählband Alphabet der Schweiz hat der Aargauer Autor und Romanist den Band Buchstaben im Winterschlaf publiziert, aus dem er im Rahmen der Reihe «Lyrik im Kloster» liest. – Treffpunkt: vor der Klosterkirche.

 

Montag, 8. Juli, Hohenrain, 16 Uhr

Hohenrain sehen – mit den Augen eines Künstlers. Wer sich, wie Titus Eichenberger (Beinwil am See), ein Leben lang mit ästhetischen Fragen beschäftigt, hat einen offenen Blick für die Natur und gewachsene Strukturen. Die Begegnung mit dem Künstler regt Wahrnehmung und Fantasie an – und schärft den Blick auf unseren Lebensraum. – Treffpunkt: Bushaltestelle Hohenrain Post.

 

Mittwoch, 10. Juli, Schloss Hallwyl, 15 Uhr

 «Am 20. März 1805 war es so weit. Fritz und ich erwarben zu gleichen Teilen von der Witwe des Vinzenz de Gomoëns das Schloss Brestenberg bei Hallwyl, das wir im Verlaufe des Sommers bezogen. (…) Immer wieder schritt ich in diesen Tagen durch das grosse schmiedeiserne Tor, das die Hofeinfahrt des Brestenberg zur Strasse hin begrenzt, einmal tat ich es in der Annahme, ich wäre der alte von Steiger, ein andermal ein blühendes Mädchengeschöpf wie diese Suzette Fankhauser. Dabei versuchte ich abwechslungsweise das Schloss mit deren Augen zu betrachten. Ich staunte nicht schlecht, dass unser Brestenberg das eine Mal zu wenig wehrhaft und schroff, dann aber wieder zu wenig einladend und verspielt auf mich wirkte.» Im historischen Roman Der Milchprinz beschreibt der Autor Werner Adams (Wichtrach) die ereignisreiche Lustreise einer vornehmlich aristokratischen Gesellschaft auf die Rigi – «mit Kutsche, viel Gepäck und Parapluies». Sie beginnt mit einer vergnügten Soirée auf Schloss Brestenberg und endet, ohne dass die Berner Aristokraten ihr Ziel erreichten, tragisch im Goldauer Bergsturz vom 2. September 1806. – Werner Adams leitete die Genealogisch-Heraldische Gesellschaft Zürich und spricht an dieser Lesung auch über die Quellen, die er zur Darstellung der wahren Begebenheit recherchiert hat.

 

Donnerstag, 11. Juli, Schongau, 9.30 Uhr

Poesiesommer-Dialog. Ein Spaziergang auf den Höhen des Lindenbergs, der zum Sinnieren und Austausch einlädt: «… jeder augenblick ist die ganze / schönheit der wandel selbst» (Lino Sibillano). – Treffpunkt: Bushaltestelle Oberschongau.

 

Samstag, 13. Juli, Celerina, 11 Uhr

«Splendur e sumbriva». Die chesas da cultura engiadina widmen dem Licht und Schatten im Engadin eine facettenreiche Ausstellung. Als bedeutender Maler der Nacht gilt Turo Pedretti (1896-1964). Sein oberhalb Samedan gelegenes Haus wurde im Januar 1951 durch eine Lawine zerstört. Im neuerbauten Atelierhaus in Celerina schuf er in der Folge ein künstlerisches Werk, das einen Höhepunkt in der Malerei des Oberengadins darstellt. – Adresse: Atelier Turo Pedretti, Via Maistra 36.

 

Montag, 15. Juli, Beinwil am See, 16 Uhr

«Metaphysik und Realität»: Der Künstler Titus Eichenberger (Beinwil am See) bewegt sich zeichnend und malend an Schnittflächen, die ästhetisches Empfinden mit intellektueller Suche verbinden. Er hat im Laufe der Jahre eine Bildsprache entwickelt, die sich weiter verändert. Wie sie übersetzt und verstanden werden kann, wird vor den Werken diskutiert. – Adresse: Gerbeweg 4. Treffpunkt: Bahnhof Beinwil am See.

 

Donnerstag, 18. Juli, Hochdorf, 11 Uhr

«Es riecht nach frischen Feigen. / Zikadenstille. Ein Schaf, das Gras rupft. / Heimat, synchronisiert. Ich sage: Okay». Im Gedichtband Verheissenes Land verdichtet Rudolf Bussmann (Basel) eine Reise in den Nahen Osten zu einem «Siebentage»-Erlebnis. Eine Leseerfahrung des Alltags und der jahrtausendealten Geschichte, eine andächtige Annäherung an Ureigenes, in der aktuellen Sprache des Hier und Jetzt. Das im Luzerner Verlag edition bücherlese erschienene Buch ist ein Werk, wo Der Kreuzritter träumt: «… Durch die Nacht springt ein Frosch / Uns bleibt jusqu’à l’aube / Ein Stück Schilf, der Rohrdommel Schlag / Tout proche»; wo Fragen, wie im Gedicht Ausreise, unbeantwortet bleiben: «¬… Wo kommst Du her? ¬(…) Wann kommst du wieder? / Als wer? – Weitergehen. Next please». – Die Lesung fndet statt bei Peter und Vreni Huber, Schenkenrütiring 52. Treffpunkt für Ortsunkundige: Bahnhof Hochdorf, 10.30 Uhr.

 

Freitag, 19. Juli, Celerina, 16 Uhr

«Splendur e sumbriva». Die chesas da cultura engiadina widmen dem Licht und Schatten im Engadin eine facettenreiche Ausstellung. Die Thematik hat auch den Bildhauer Giuliano Pedretti (1924-2012) während sieben Schaffensjahrzehnten beschäftigt. «Wenn es gelingen würde, einen Gegenstand zu machen, der ganz in seinem eigenen Schatten wäre – » erwägt er im Dezember 1965 in einer Notiz. Ein Jahr später erkennt er: «Das Licht als integrierter Bestandteil der Skulptur lässt diese als autonomes Objekt erscheinen.» Pedretti löste die Figur bis zur Transparenz auf. Zu welchen Resultaten dies führte und wie er seine Theorie der Skulptur als «Summe der Aspekte» weiterentwickelte, wird in seinem authentischen Atelier augenscheinlich. – Adresse: Atelier Giuliano Pedretti, Via Maistra 36.

 

Samstag, 20. Juli, Hochdorf, 12 Uhr

«Auf die Klettverschlüsse / ihrer Sommerschuhe / klebe ich drei Küsse.» Haiku in Hochdorf, erster Teil: Der Lyriker Peter Rudolf (Dornach) stellt klassische Haikus vor und lädt dazu ein, selber Haikus zu schreiben, auszutauschen und den Reiz dieser auf maximale Kürze bedachten Gedichtform zu geniessen. Eine Promenade in Hochdorf dient der visuellen und eine Kaffeepause der sinnlichen Inspiration. Zum Schluss der Veranstaltung wird ein Text pro Teilnehmer im Plenum besprochen. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Dauer: bis gegen 16 Uhr. – Adresse: Brauiplatz 5.

 

Sonntag, 21. Juli, Hunzenschwil, 11 Uhr

 «Qui n’a dormi / que d’un oeil / au matin compte / ses doigts.», schreibt der Westschweizer Dichter Alexandre Voisard in OPUS XIII, einem schmalen Gedichtband, der als Teil der Collection de poésie suisse 2013 vom Tessiner Verleger Mauro Valsangiacomo herausgegeben wurde. Gedichte wie dieses unter der kundigen Anleitung von Cornelia Masciadri zu übersetzen, ist nicht einfach eine Fingerübung – vielmehr ein Eintauchen in das weite Feld der Sprachen, in die Welt der Einfühlung und Imagination. – Adresse: c/o Martin Strebel und Cornelia Masciadri, Bahnhofstrasse 15 (vis-à-vis Bahnhof Hunzenschwil).